Herrenausstatter 2.0 im Test Teil 1: Modomoto

Nachdem das Einkaufen von Kleidung nun nicht gerade zu meinen Lieblingsfreizeitbeschäftigungen gehört, habe ich mich entschlossen die Internetangebote von Outfittery und Modomoto zu testen und deren Angebot für Shoppingmuffel genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bei beiden Dienstleistern handelt es sich quasi um Herrenausstatter der neuen Generation. Als Kunde beantwortet man zunächst einige Fragen zum persönlichen Geschmack, Kleidungsgrössen, spezielle Vorlieben und Abneigungen und erhält anschliessend von einem Stylisten zusammengestellte passende Outfits zugesandt.

Nach einer Anprobe im heimischen Wohnzimmer schickt man die Stücke die man nicht behalten möchte kostenlos zurück und bezahlt die Outfits die man behalten möchte.

Modomoto

Los ging mein Test der Herrenausstatter 2.0 mit Modomoto. Offensichtlich IP basiert wurde ich von der deutschen Hauptseite auf die für meinen Wohnort zuständige „schweizer Filliale“ umgeleitet. Wie Modomoto sagt „damit ich alle Vorteile nutzen kann“. Nun denn, ich wollte neue Casual Business Outfits fürs Büro und machte die notwendigen Angaben. Nach meinem finalen Klick auf „Box bestellen“ am 15. April passierte zunächst: Nichts.

Ich erhielt eine Bestätigungsemail, anschliessend herschte Funkstille.

Ich ging davon aus, dass meine Stylisten nun wohl meine Outfits zusammenstellen würde. Als meine Ungeduld ins unermessliche zu steigen drohte erhielt ich am 30. April eine eMail mit einem Tracking Code und dem Hinweis, dass meine Outfits nun zu mir unterwegs wären. Für Kurzentschlossene (oder ungeduldige wie mich) scheint Modomoto also nur bedingt geeignet…

Leider funktionierte der in der eMail enthaltene Tracking-Code nicht. Wie sich rausstellte lag das daran, dass das (deutsche?) Modomoto System offenbar immer von DHL als Versanddienstleister ausgeht. Für Sendungen in die Schweiz trifft dies jedoch offensichtlich nicht zu. Als ich den Trackingcode aus dem DHL-Link der eMail extrahierte und mein Glück bei post.ch versuchte, funktionierte das Tracking. Sonderfall Schweiz die Erste: Kein Traumstart in Bezug auf „alle Vorteile nutzen“.

Als die Box endlich geliefert wurde die nächste Überraschung: Eine Sendung mit Klamotten im Wert von fast 1000,- CHF wurde einfach im Treppenhaus abgestellt. Kein quittierter Empfang, nichts dergleichen. Ganz schön mutig!

Dann begann der Einkaufsstress doch noch: Obwohl Modomoto sich 14 Tage Zeit nahm meine Outfits zusammenzustellen, billigte man mir anschliessend lediglich 7 Tage Zeit zu die Outfits anzuprobieren und ggf. zurückzusenden. Knapp bemessen wie ich finde, besonders wenn man die Outfits vor einer Kaufentscheidung Freunden vorführen möchte um eine „Zweitmeinung“ einzuholen. Nun gut, immer noch besser als in stickigen Umkleidekabinen eine Hose nach der anderen anzuprobieren…

Unboxing und Outfits

Modomoto Box

Unboxing Modomoto

Die sehr hochwertig anmutende Box enthielt zwei Outfits. Ich war sehr angetan von der Zusammenstellung und hätte nicht für möglich gehalten, dass es anhand der wenigen gemachten Grössenangaben möglich ist eine derart gute Passform zu erreichen. Lediglich der enthaltene Gürtel war ca. 10 cm zu kurz (Wie kann das sein? Die drei im Paket enthaltenen Hosen passten am Bund ausgesprochen gut).

Ich habe also die Kleidungsstücke die ich behalten wollte ausgewählt und den Rest in der Versandbox mit dem bereits beiliegenden Retourenaufkleber zurück geschickt. Das funktionierte problemlos.

Am 10. Mai erhielt ich eine eMail Benachrichtigung, dass die Rücksendung wohlbehalten angekommen sei. Am selben Tag erhielt ich die Rechnung für die von mir ausgewählten Stücke. Zahlungsziel 5 Tage(!). Oha, Modomoto hat es offenbar eilig an sein Geld zu bekommen.

Auch gut, das ist beim Offline-Shopping ja ähnlich. Immerhin trug ich die neuen Sachen schon. Ich habe die Rechnung also noch am selben Tag per Überweisung beglichen.

Weitere 2 Tage später erhielt ich eine für mich leicht verwirrende eMail: Die auf der Rechnung angegebene (und von mir für die Bezahlung verwendete) (deutsche) Bankverbindung sei falsch gewesen. Ich solle stattdessen bitte auf ein schweizer Konto überweisen. Sonderfall Schweiz die Zweite. Mist, zu spät!

Der nächste Absatz in besagter eMail beruhigte mein Gemüt: „Sollten Sie die Überweisung bereits getätigt haben, können Sie diese Mail als unwichtig erachten.“ Na dann, ab ins Nirvana des digitalen Postfachs damit.

Sechs Tage später die Überraschung: Eine Zahlungserinnerung! Skurilerweise war in der angehängten pdf Rechnung die deutsche Bankverbindung genannt. Im Text der email jedoch das schweizer Konto…

Für mich Grund genug per Twitter und KundenserviceTEST nachzuhaken und um Klärung zu bitten. Auch wenn ich mit den zusammengestellten Outfits nach wie vor sehr zufrieden bin: Kundenservice geht besser.

Ich werde berichten wie die Odyssee „Bezahlung bei Modomoto“ weitergeht.

Im nächsten Teil des Online-Herrenausstatter-Tests werde ich von meinen Erfahrungen mit Outfittery berichten und versuchen die alles entscheidende Frage nach dem Branchenprimus zu beantworten:

Modomoto oder Outfittery?

Ein Gedanke zu „Herrenausstatter 2.0 im Test Teil 1: Modomoto

  1. Andreas Zoerb

    10 Tage nach meiner Überweisung hat Modomoto nun immerhin den Zahlungseingang per eMail bestätigt. Auf eine Rückantwort zu meinen Anfragen oder eine Entschuldigung warte ich leider noch immer…

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