Betrug beim Online Shopping: Per Mahnverfahren zum Recht / Geld zurück

Instant-Payment Anbieter wie Sofortüberweisung und Paypal sind nützliche Tools um per Onlineshopping bestellte Artikel möglichst schnell zu erhalten. Der Verkäufer erhält sein Geld verzögerungsfrei und kann die Ware oft noch am Tag des Geldeingangs an den Käufer versenden.

Was aber, wenn der Käufer vergeblich auf den Erhalt der Ware wartet? Das Geld ist (erstmal) weg, die Ware kommt nicht…

Noch schlimmer: Man erhält statt der bestellten Ware ein leeres oder gar ein mit Steinen gefülltes Paket.

Was nun? Wie kann man sein Geld zurückfordern?

Die Beauftragung eines Anwalts lohnt sich meist aufgrund des geringen Streitwerts nicht. Doch wie kann man dem Verkäufer zeigen, dass man es erst meint und es für ihn besser wäre, wenn er entweder die versprochene Ware nachliefert oder aber das bezahlte Geld zurück überweist?

Zum einen gibt es die Möglichkeit das Unternehmen an den Onlinepranger zu stellen.

Durch öffentlich dokumentierte Anfragen an das Unternehmen (Kundenservice Test) oder auf einer der zahlreichen konventionellen Portale für Erfahrungsberichte, ist das geschilderte Problem für die Öffentlichkeit sichtbar. So werden andere potentielle Besteller vor der gegebenenfalls betrügerischen Masche des Anbieters gewarnt und können vermeiden ebenfalls abgezockt zu werden (z.B. in dem sie ganz auf eine Bestellung bei diesem Verkäufer verzichten oder ausschliesslich per Rechnung bestellen). Gleichzeitig wird Druck auf den Verkäufer ausgeübt, man lässt ihm jedoch noch immer die Möglichkeit das ganze unkompliziert aus der Welt zu schaffen bzw. die negative Publicity in Grenzen zu halten. (Fairerweise sollte man den entsprechenden Erfahrungsbericht ergänzen wenn der Sachverhalt zur Zufriedenheit gelöst wurde).

Wenn der Verkäufer auch diese Art des öffentlichen Drucks ignoriert, bleibt eine weitere Möglichkeit zu seinem Recht zu kommen:

Das gerichtliche Mahnverfahren

Auch wenn es klingt als müsste man einen teuren Rechtsanwalt beauftragen: Dem ist nicht so. Es handelt sich um ein vereinfachtes Verfahren, das der Durchsetzung von Geldforderungen dient.

Unter http://www.mahngerichte.de besteht die Möglichkeit dem Verkäufer über ein Online-Formular einen Mahnbescheid zustellen zu lassen, der eine Schilderung des Sachverhalts enthält und die offenen Forderungen beziffert.

Nachdem man den entstandenen Schaden und einige weitere Details angegeben hat, muss die Gerichtsgebühr bezahlt werden.

Sie liegt abhängig vom Streitwert bei:

bis 1000 €: 32,00 € (Mindestgebühr)
bis 1500 €: 35,50 €
bis 2000 €: 44,50 €

Die Kosten müssen zunächst vom Gläubiger getragen werden, können der eignen Forderung dem Verkäufer gegenüber aber direkt aufgeschlagen werden und müssen von diesem getragen werden, wenn er keinen Widerspruch erhebt.

Anschliessend wird das zuständige Mahngericht aktiv und schickt dem Verkäufer einen hochoffiziellen Brief. Das zeigt meist Wirkung: Der Verkäufer erhält nun keine Post von einem unzufriedenen Kunden, sondern direkt vom zuständigen Amtsgericht. Er weiss nun, dass man potentiell den Weg vor die Gerichte nicht scheut (auch wenn man aus Kostengründen ggf. nie ein ordentliches zivilrechtliches Verfahren anstrengen würde).

Auf Antrag kann (z.B. wenn der Verkäufer auch den Mahnbescheid ignoriert) ausserdem ein Vollstreckungsbescheid erlassen werden. Eine Eskalationsstufe, die vermutlich jeder Shopbetreiber vermeiden möchte.

Einziger Wermutstropfen: Befindet sich der Firmensitz im Ausland, ist es ungleich schwieriger des Betreibers habhaft zu werden und sein Geld wieder zu bekommen. Bei Internetbestellungen aus dem Ausland sollte man daher erhöhte Vorsicht walten lassen, wenn man den Verkäufer bisher nicht kennt.

2 Gedanken zu „Betrug beim Online Shopping: Per Mahnverfahren zum Recht / Geld zurück

  1. Paul

    Hi also mir ist das alles bisschen zu pauschal geschrieben. Klar gibt es Verkauefer die betruegen wollen, aber wenn zb per Paypal bezahlt so gibt es hier den Kaeuferschutz, da ist kein Geld weg, auch wenn Steine gesendet werden.

    Was man aber nicht schreibt es es eigentlich mehr Kunden gibt die betruegen wollen. So wird eben einfach gemeldet Paket nicht angekommen, oder es wird unter falschen Namen bestellt, dazu wird einfach am Klingelschild mehrere Namen angebracht und so weiter.

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    1. zoerbnet Artikelautor

      Betrügereien gibt es auf beiden Seiten. Da die Mehrzahl der Leser aber vermutlich auf der Käuferseite zu finden ist, liegt hier der Fokus des Artikels. Paypal versucht neben dem von Ihnen angesprochenen Käuferschutz mit dem Angebot eines Verkäuferschutzes das Risiko von Zahlungsausfällen auf Verkäuferseite zu minimieren…

      Antworten

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