Herrenausstatter 2.0 im Test Teil 2: Outfittery

Kontakt und Bestellabwicklung

Bei Outfittery wollte ich im zweiten Teil meines Tests „Outfittery oder Modomoto?“ die telefonische Beratung durch einen Stylisten testen. Auf der Webseite kann man hierfür seine Telefonnummer (inkl. Landesvorwahl, das wird noch wichtig!) angeben und einen Beratungstermin vereinbaren. Dieses „Online-Terminvereinbarungs-System“ wirkt sehr professionell. Leider kam am vereinbarten Termin (19.05.2016, 13 Uhr) jedoch kein Anruf…

Stattdessen erhielt ich einige Minuten später eine eMail, dass man mich nicht erreichen könne und dass ich meine (korrekte!) Telefonnummer bitte überprüfen solle.
Ich überprüfte also meine Telefonnummer erneut und vermutete, dass Outfittery ein Problem damit hatte, dass die schweizer Mitarbeiterin auf (m)ein deutsches Handy anrufen sollte. Ich schrieb also eine entsprechende eMail und vereinbarte (nach einem zwischenzeitlichen Urlaub) einen neuen Gesprächstermin. So weit so unspektakulär.

Leider wartete ich jedoch auch beim zweiten Termin (27.06.2016, 13 Uhr) vergeblich auf einen Anruf.

Nachdem ich meinem Unmut erneut per eMail Luft gemacht hatte und erneut auf meine deutsche Telefonnummer hingewiesen hatte, kam gegen 14 Uhr ein Anruf und der Vorschlag das ganze doch per eMail zu besprechen (soviel zu: Ich probiere mal wie es ist mit einem Stylisten am Telefon über meine Styling-Wünsche zu reden). Ich schickte also am 28.06.2016 eine kurze Beschreibung was für Outfits für welchen Zweck ich derzeit bräuchte per eMail an Outfittery.

„Meine“ Stylistin bedankte sich für das angenehme Gespräch (?) und versprach mir eine Box zusammen zu stellen. Einige Tage später (04.07.2016) erhielt ich zusammen mit der Versandbenachrichtigung einen Tracking Code (der Link funktionierte sogar :-)) und die Rechnung (diesmal über knapp 1500,- CHF).

Statt wie erwartet 2 Outfits waren deutlich mehr Posten auf der Rechnung aufgeführt. Nun gut, das lässt immerhin Kombinationsmöglichkeiten.

Die Outfittery-Box wurde am 05.07.2016 geliefert. Wie bei Modomoto wurden auch hier Klamotten im Wert von diesmal knapp 1500,- CHF einfach im Treppenhaus abgestellt. Vielleicht muss ich mich an diese Eigenart und das entsprechende Selbstverständnis der Versanddienstleister in der Schweiz erst noch gewöhnen…

Unboxing und erster Eindruck

Mein erster Eindruck beim Unboxing: Die Box wirkt etwas weniger wertig als das Pendant von Modomoto.

Outfittery_unboxing_I

Die anschliessende Anprobe zeigte: Die enthaltenen Bekleidungsstücke waren tendenziell eher bieder, die einzelnen Teile jedoch recht teuer.

Ich bin mir bei der Auswahl nicht sicher, ob wirklich auf meinen Typ eingegangen wurde. Manche Farben passten einfach so gar nicht zum Hauttyp. Leider hatten sämtliche (vier) enthaltenen Hemden eine Button-down Kragen, was mir im Spiegel überhaupt nicht gefiel. Dies würde ich vor einer weiteren Bestellung (bei beiden Anbietern) auf die „Was wir Ihnen auf gar keinen Fall schicken dürfen“-Liste setzen.

Outfittery_unboxing_III

Rücksendung Rücksendeposse (hoffentlich) des Dramas letzter Akt

Hier verwirrte mich Outfittery etwas. Das beiliegende Rücksende-Etikett scheint von der schweizerischen Post zu sein. Die beigelegten Unterlagen legen jedoch eine kostenlose Anholung per TNT nahe. Ausserdem scheint es möglich die Rücksendung über ausgewählte Kioske abzuwickeln. Ich vereinbarte per eMail einen Abholtermin. Die Rücksendung sollte am 11.Juli zwischen 13 und 16 Uhr im Büro abgeholt werden.

Leider wurde meine Telefonnummer trotz entsprechendem Kommentar im Outfittery Rücksende Prozess nicht an TNT weitergeleitet. Ich war gespannt ob man mich wie gewünscht benachrichtigen würde, sobald der Fahrer am Eingang des Firmengeländes steht.

Leider kam weder ein Fahrer vorbei noch eine eMail oder ein Telefonanruf dass/warum es mit einer Abholung nicht klappt. Super…

Ich schrieb also eine weitere „Beschwerde-eMail“ an Outfittery und kündigte an, meine Box am darauf folgenden Tag nun doch per Post zurück zu schicken.

Meine Stylistin bedauerte den Vorfall, erklärte mir jedoch dass das leider schon mal vorkommen könnte und man den Kunden daher die Rücksendung per Post oder Abgabe im Kiosk nahelegen würde. Leider erhielt ich diese Information nicht etwa schon mit der Box sondern erst nachdem so ziemlich alles schiefgelaufen war.

Trotz der katastrophalen Rücksendeabwicklung möchte ich noch eine positiv Randbemerkung machen: Der Box waren Klebestreifen beigefügt um die Rücksendung sicher zu verschliessen. Das war bei Modomoto nicht der Fall und könnte bei einem Gleichstand (von dem wir meilenweit entfernt sind) eventuell den entscheidenden Unterschied machen.

Bemerkung: Das „hoffentlich“ im Titel dieses Abschnitts bezieht sich auf die Geschichten die „man“ sonst im Internet so über Outfittery findet (z.B. hier: https://ch.trustpilot.com/review/outfittery.de).

Bleibt zu hoffen, dass die Rücksendung vernünftig bei Outfittery abgewickelt wird und die offenen Beträge entsprechend storniert werden. Auf weiteren Ärger (z.B. mit einem Inkassobüro) kann ich gerne verzichten…

Fazit: Auch wenn Modomoto sicher noch an der ein oder anderen Stelle nachbessern kann (Kommunikation mit dem Kunden, Versanddauer): Modomoto ist für mich der einzige ernstzunehmende Anbieter bei dem ich mir eine erneute Bestellung vorstellen kann.

Meine Empfehlung in Bezug auf Outfittery: Finger weg!

Da verbringe ich lieber einige Stunden in stickigen Umkleidekabinen…

Herrenausstatter 2.0 im Test Teil 1: Modomoto

Nachdem das Einkaufen von Kleidung nun nicht gerade zu meinen Lieblingsfreizeitbeschäftigungen gehört, habe ich mich entschlossen die Internetangebote von Outfittery und Modomoto zu testen und deren Angebot für Shoppingmuffel genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bei beiden Dienstleistern handelt es sich quasi um Herrenausstatter der neuen Generation. Als Kunde beantwortet man zunächst einige Fragen zum persönlichen Geschmack, Kleidungsgrössen, spezielle Vorlieben und Abneigungen und erhält anschliessend von einem Stylisten zusammengestellte passende Outfits zugesandt.

Nach einer Anprobe im heimischen Wohnzimmer schickt man die Stücke die man nicht behalten möchte kostenlos zurück und bezahlt die Outfits die man behalten möchte.

Modomoto

Los ging mein Test der Herrenausstatter 2.0 mit Modomoto. Offensichtlich IP basiert wurde ich von der deutschen Hauptseite auf die für meinen Wohnort zuständige „schweizer Filliale“ umgeleitet. Wie Modomoto sagt „damit ich alle Vorteile nutzen kann“. Nun denn, ich wollte neue Casual Business Outfits fürs Büro und machte die notwendigen Angaben. Nach meinem finalen Klick auf „Box bestellen“ am 15. April passierte zunächst: Nichts.

Ich erhielt eine Bestätigungsemail, anschliessend herschte Funkstille.

Ich ging davon aus, dass meine Stylisten nun wohl meine Outfits zusammenstellen würde. Als meine Ungeduld ins unermessliche zu steigen drohte erhielt ich am 30. April eine eMail mit einem Tracking Code und dem Hinweis, dass meine Outfits nun zu mir unterwegs wären. Für Kurzentschlossene (oder ungeduldige wie mich) scheint Modomoto also nur bedingt geeignet…

Leider funktionierte der in der eMail enthaltene Tracking-Code nicht. Wie sich rausstellte lag das daran, dass das (deutsche?) Modomoto System offenbar immer von DHL als Versanddienstleister ausgeht. Für Sendungen in die Schweiz trifft dies jedoch offensichtlich nicht zu. Als ich den Trackingcode aus dem DHL-Link der eMail extrahierte und mein Glück bei post.ch versuchte, funktionierte das Tracking. Sonderfall Schweiz die Erste: Kein Traumstart in Bezug auf „alle Vorteile nutzen“.

Als die Box endlich geliefert wurde die nächste Überraschung: Eine Sendung mit Klamotten im Wert von fast 1000,- CHF wurde einfach im Treppenhaus abgestellt. Kein quittierter Empfang, nichts dergleichen. Ganz schön mutig!

Dann begann der Einkaufsstress doch noch: Obwohl Modomoto sich 14 Tage Zeit nahm meine Outfits zusammenzustellen, billigte man mir anschliessend lediglich 7 Tage Zeit zu die Outfits anzuprobieren und ggf. zurückzusenden. Knapp bemessen wie ich finde, besonders wenn man die Outfits vor einer Kaufentscheidung Freunden vorführen möchte um eine „Zweitmeinung“ einzuholen. Nun gut, immer noch besser als in stickigen Umkleidekabinen eine Hose nach der anderen anzuprobieren…

Unboxing und Outfits

Modomoto Box

Unboxing Modomoto

Die sehr hochwertig anmutende Box enthielt zwei Outfits. Ich war sehr angetan von der Zusammenstellung und hätte nicht für möglich gehalten, dass es anhand der wenigen gemachten Grössenangaben möglich ist eine derart gute Passform zu erreichen. Lediglich der enthaltene Gürtel war ca. 10 cm zu kurz (Wie kann das sein? Die drei im Paket enthaltenen Hosen passten am Bund ausgesprochen gut).

Ich habe also die Kleidungsstücke die ich behalten wollte ausgewählt und den Rest in der Versandbox mit dem bereits beiliegenden Retourenaufkleber zurück geschickt. Das funktionierte problemlos.

Am 10. Mai erhielt ich eine eMail Benachrichtigung, dass die Rücksendung wohlbehalten angekommen sei. Am selben Tag erhielt ich die Rechnung für die von mir ausgewählten Stücke. Zahlungsziel 5 Tage(!). Oha, Modomoto hat es offenbar eilig an sein Geld zu bekommen.

Auch gut, das ist beim Offline-Shopping ja ähnlich. Immerhin trug ich die neuen Sachen schon. Ich habe die Rechnung also noch am selben Tag per Überweisung beglichen.

Weitere 2 Tage später erhielt ich eine für mich leicht verwirrende eMail: Die auf der Rechnung angegebene (und von mir für die Bezahlung verwendete) (deutsche) Bankverbindung sei falsch gewesen. Ich solle stattdessen bitte auf ein schweizer Konto überweisen. Sonderfall Schweiz die Zweite. Mist, zu spät!

Der nächste Absatz in besagter eMail beruhigte mein Gemüt: „Sollten Sie die Überweisung bereits getätigt haben, können Sie diese Mail als unwichtig erachten.“ Na dann, ab ins Nirvana des digitalen Postfachs damit.

Sechs Tage später die Überraschung: Eine Zahlungserinnerung! Skurilerweise war in der angehängten pdf Rechnung die deutsche Bankverbindung genannt. Im Text der email jedoch das schweizer Konto…

Für mich Grund genug per Twitter und KundenserviceTEST nachzuhaken und um Klärung zu bitten. Auch wenn ich mit den zusammengestellten Outfits nach wie vor sehr zufrieden bin: Kundenservice geht besser.

Ich werde berichten wie die Odyssee „Bezahlung bei Modomoto“ weitergeht.

Im nächsten Teil des Online-Herrenausstatter-Tests werde ich von meinen Erfahrungen mit Outfittery berichten und versuchen die alles entscheidende Frage nach dem Branchenprimus zu beantworten:

Modomoto oder Outfittery?

OpenCPN und S63 Karten

Das Hauptproblem vor dem viele OpenCPN (eine Open Source Plotter-Software für Seekarten) Nutzer stehen, ist die Beschaffung von vernünftigem Kartenmaterial.

Während die National Oceanic and Atmospheric Administration NOAA Karten für die USA direkt im mit OpenCPN kompatiblen S57 Format anbietet, kucken viele europäische Segler in die Röhre. Die häufig verwendeten S63 Karten werden standardmäßig nicht von OpenCPN unterstützt.

Es gibt jedoch eine (fast) kostenlose PlugIn Lösung.

http://o-charts.org bietet ein kostenloses Plugin für OpenCPN auf Linux, MacOs und Windows Plattformen an, dass die Nutzung von S63 Kartenmaterial ermöglicht. In dieser Schritt-für-Schritt Anleitung soll der interessierte Nutzer bei der Installation des PlugIns, dessen Setup und der erstmaligen Verwendung einer S63 Seekarte begleitet werden.

OpenCPN und S63 Karten

Das S63 PlugIn kann für die jeweilige OpenCPN Version bei o-charts.org heruntergeladen und mittels selbsterklärender Installationsroutine installiert werden. Anschliessend findet man es unter OpenCPN>Preferences>Plugins

OpenCPN_Preferences_PlugIns

Ausser OpenCPN und dem oben angesprochenen Plugin benötigt man eine sogenannte UserPermit für die einmalig Kosten in Höhe von ca 15,- EUR anfallen und eine sogenannte InstallPermit, die man bei vorhandener UserPermit für ein bestimmtes Computer- oder Plotter-System kostenlos generieren kann.

Der UserPermit ist ein 28-stelliger Zahlencode den man nach Bezahlung der Gebühr über o-charts.org per eMail erhält und in OpenCPN unter Preferences>Charts>S63 Charts hineinkopiert:

OpenCPN_Preferences_Charts_S63_Charts

Anschliessend lässt sich innerhalb von OpenCPN ein Fingerprint-File (System Identifier file) generieren und auf der Festplatte speichern. Diese FPR-Datei gilt spezifisch für das verwendete System (Computer). Hat man dieses Fingerprint-File auf der Festplatte gespeichert kann man (erneut bei o-charts.org) durch Upload dieser Datei eine InstallPermit damit erzeugen (ein acht stelliger alphanummerischer Code).

Installpermit_erzeugen

Installpermit_erhalten

Dieser muss dann wiederum bei OpenCPN eingetippt werden:

alle_vorraussetzungen

Bei einem Computerwechsel kann man mit dem schon vorhandenen (kostenpflichtigen) UserPermit (der bei o-charts.org im Benutzerbereich gespeichert bleibt) jederzeit für einen neuen Rechner/Plotter kostenlos eine neue InstallPermit generieren.

Nach diesem etwas holprigen Prozedere erfüllt unser System prinzipiell alle Voraussetzungen um S63 Kartenmaterial anzuzeigen. Zum Beispiel bei Chartworld lassen sich nun Lizenzen zur zeitlich begrenzten Nutzung von S63 Karten beziehen.

Für die Nutzung dieses Kartenmaterial fallen leider nicht unerhebliche Lizenzgebühren an. Hier gilt leider: Je mehr Informationen auf den Karten dargestellt werden (je grösser der Zoomfaktor) desto teurer die Karte.

Für Urlaubs- oder Gelegenheitsnutzer lässt sich bei vielen Karten glücklicherweise ein Updatezeitraum von nur 3 Monaten wählen. Während dieses Zeitraums erhält man per eMail Hinweise zu Änderungen der Seekarte und kann sich ggf. Aktualisierungen herunterladen.

Navionics® Seekarten mit OpenCPN

Bei Chartworld lassen sich auch einige der beliebten Navionics Karten für OpenCPN im S63 Format herunterladen (leider nur mit einem Standard-Update-Zeitraum von 12 Monaten, was die OpenCPN Navionics Karten dann recht teuer macht).

Zu Demonstrationszwecken habe ich zwei Karten von Mallorca (eine Übersichtkarte und eine Detailkarte für die Bucht von Palma) gewählt, die für 3 Monate ca. 10,- EUR kosten.

Nach Bezahlung und Download der beiden Dateien muss zunächst die so genannte Cell Permit (ein txt File) in OpenCPN importiert werden. Anschliessend lässt sich die S63 Karte unter Preferences>Charts>S63 Charts importieren:

import_cellpermit

import_karten_abgeschlossen

Und so sieht das ganze in den unterschiedlichen Zoomstufen dann aus:

Mallorca übersichtskarte

Seekarte_Mallorca

OpenCPN S63 Karte Bucht von Palma

Bei Fragen, Unklarheiten oder Ergänzungen freue ich mich auf einen Kommentar zu diesem Beitrag.

Betrug beim Online Shopping: Per Mahnverfahren zum Recht / Geld zurück

Instant-Payment Anbieter wie Sofortüberweisung und Paypal sind nützliche Tools um per Onlineshopping bestellte Artikel möglichst schnell zu erhalten. Der Verkäufer erhält sein Geld verzögerungsfrei und kann die Ware oft noch am Tag des Geldeingangs an den Käufer versenden.

Was aber, wenn der Käufer vergeblich auf den Erhalt der Ware wartet? Das Geld ist (erstmal) weg, die Ware kommt nicht…

Noch schlimmer: Man erhält statt der bestellten Ware ein leeres oder gar ein mit Steinen gefülltes Paket.

Was nun? Wie kann man sein Geld zurückfordern?

Die Beauftragung eines Anwalts lohnt sich meist aufgrund des geringen Streitwerts nicht. Doch wie kann man dem Verkäufer zeigen, dass man es erst meint und es für ihn besser wäre, wenn er entweder die versprochene Ware nachliefert oder aber das bezahlte Geld zurück überweist?

Zum einen gibt es die Möglichkeit das Unternehmen an den Onlinepranger zu stellen.

Durch öffentlich dokumentierte Anfragen an das Unternehmen (Kundenservice Test) oder auf einer der zahlreichen konventionellen Portale für Erfahrungsberichte, ist das geschilderte Problem für die Öffentlichkeit sichtbar. So werden andere potentielle Besteller vor der gegebenenfalls betrügerischen Masche des Anbieters gewarnt und können vermeiden ebenfalls abgezockt zu werden (z.B. in dem sie ganz auf eine Bestellung bei diesem Verkäufer verzichten oder ausschliesslich per Rechnung bestellen). Gleichzeitig wird Druck auf den Verkäufer ausgeübt, man lässt ihm jedoch noch immer die Möglichkeit das ganze unkompliziert aus der Welt zu schaffen bzw. die negative Publicity in Grenzen zu halten. (Fairerweise sollte man den entsprechenden Erfahrungsbericht ergänzen wenn der Sachverhalt zur Zufriedenheit gelöst wurde).

Wenn der Verkäufer auch diese Art des öffentlichen Drucks ignoriert, bleibt eine weitere Möglichkeit zu seinem Recht zu kommen:

Das gerichtliche Mahnverfahren

Auch wenn es klingt als müsste man einen teuren Rechtsanwalt beauftragen: Dem ist nicht so. Es handelt sich um ein vereinfachtes Verfahren, das der Durchsetzung von Geldforderungen dient.

Unter http://www.mahngerichte.de besteht die Möglichkeit dem Verkäufer über ein Online-Formular einen Mahnbescheid zustellen zu lassen, der eine Schilderung des Sachverhalts enthält und die offenen Forderungen beziffert.

Nachdem man den entstandenen Schaden und einige weitere Details angegeben hat, muss die Gerichtsgebühr bezahlt werden.

Sie liegt abhängig vom Streitwert bei:

bis 1000 €: 32,00 € (Mindestgebühr)
bis 1500 €: 35,50 €
bis 2000 €: 44,50 €

Die Kosten müssen zunächst vom Gläubiger getragen werden, können der eignen Forderung dem Verkäufer gegenüber aber direkt aufgeschlagen werden und müssen von diesem getragen werden, wenn er keinen Widerspruch erhebt.

Anschliessend wird das zuständige Mahngericht aktiv und schickt dem Verkäufer einen hochoffiziellen Brief. Das zeigt meist Wirkung: Der Verkäufer erhält nun keine Post von einem unzufriedenen Kunden, sondern direkt vom zuständigen Amtsgericht. Er weiss nun, dass man potentiell den Weg vor die Gerichte nicht scheut (auch wenn man aus Kostengründen ggf. nie ein ordentliches zivilrechtliches Verfahren anstrengen würde).

Auf Antrag kann (z.B. wenn der Verkäufer auch den Mahnbescheid ignoriert) ausserdem ein Vollstreckungsbescheid erlassen werden. Eine Eskalationsstufe, die vermutlich jeder Shopbetreiber vermeiden möchte.

Einziger Wermutstropfen: Befindet sich der Firmensitz im Ausland, ist es ungleich schwieriger des Betreibers habhaft zu werden und sein Geld wieder zu bekommen. Bei Internetbestellungen aus dem Ausland sollte man daher erhöhte Vorsicht walten lassen, wenn man den Verkäufer bisher nicht kennt.

Wie gelangen GPS Positionsdaten vom Boot ins Netz?

Guido Dwersteg tut es, Johannes Erdmann tut es und auch Harald Sedlacek tat es bei seinen beiden Atlantiküberquerungen mit der nur 4,90 m langen Fipofix. Das Who ist who der neuen deutschs-prachigen Blauwasser-Generation blogt. Auf keinem dieser Blogs und Internetseiten darf heute eine Karte fehlen, auf der die aktuelle Bootsposition eingeblendet wird. Den Daheimgebliebenen wird so ermöglicht, remote aber „live“ dabei zu sein und den Reiseverlauf im Internet zu verfolgen.

Wie aber ist das technisch möglich? Wie kommen die aktuellen GPS Koordinaten von Bord einer Segelyacht in regelmäßigen Abständen auf die eigene Homepage oder auf Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter & Co?

Dieser Übersichtsartikel soll die technischen Voraussetzungen dafür beleuchten und die diversen Möglichkeiten ein solches Live-Tracking System aufzubauen skizzieren.

sample_yblog
Vielen Dank an YB Tracking für die Genehmigung obiges Bild das eine Beispielkarte eines Blogs zeigt hier einzubinden.

Grundvoraussetungen zum Aufbau eines Online-Trackers ist die Bestimmung der eigenen GPS Koordinaten und anschliessend deren Übermittlung an den eigenen Internetauftritt bzw. den zugehörigen (auf dem Festland lokalisierten) Server.

Der erste Teil dieser Voraussetzungen ist relativ leicht zu erfüllen, denn nicht nur Smartphones, sondern auch beinahe jede Yacht ist heute mit einem GPS-Modul ausgerüstet, das (z.B. über den Kartenplotter) jederzeit die aktuelle Position mit Leichtigkeit bestimmt. Doch der zweite Teil ist kniffliger. Wie gelangen diese Daten nun zum Server aufs Festland? Die Möglichkeiten einen Datentransfer von einem beliebigen Punkt auf den Weltmeeren zum Festland zu verwirklichen, gleichen denen, die man vom Bezug des aktueller Wetterberichts an Bord kennt: Im wesentlichen sind dies die Kommunikationswege per Kurzwelle oder Satellit (meist Iridium).

Statt selbst zum Tüftler, Elektrotechniker und Programmierer werden zu müssen, um den Bordmitteln beizubringen die ermittelte Position „nach Hause“ zu übermitteln, kann man inzwischen auf eine wachsende Anzahl preisgünstiger, portabler Gadgets zurückgreifen, die die Position nach einer mehr oder weniger komfortablen Konfiguration (mit mehr oder weniger Programmieraufwand) via Satellit zum eigenen Server weiterleiten1.

(Fast) Alle der oben genannten (und sicherlich viele weitere) Segler wählen der Einfachheit halber diesen Weg ein Tracking System auf ihrem Internetauftritt zu verwirklichen. Die nachfolgende Tabelle listet günstige GPS Tracker auf und vergleicht Anschaffungs- und Betriebskosten.

  Spot-Trace GPS Tracker  YB Tracking YB3 Basic  DeLorme inReach SE
Anschaffungskosten ca. 100,- € (zzgl. MWSt.). ca. 400,- £ (zzgl. MWSt.). ca. 300,- $.
Laufende Kosten Servicevertrag (ab ca. 97,- €/Jahr oder ab ca. 10,- €/Monat zzgl. Steuern) benötigt Ab ca. 8,- £ pro Nutzungsmonat sowie zusätzlich 0.04-0.12 £ pro Positionsmeldung Ab ca. 12,- $ pro Nutzungsmonat sowie zusätzlich 0.10 $ pro Positionsmeldung
Gewicht 87.9 g 305 g 190 g
Stromversorgung 4 AAA Batterien 5V USB Kabelverbindung (dann nicht wasserdicht) Festverbauter Akku Festverbauter Akku
Beispiel Harals Sedlaceks Spot GPS Tracker: http://www.open16.com/index.php/en/proof-of-principle/live-tracking Guido Dwerstegs YB Tracker: http://www.törn.de/blog/?page_id=1673  
Kommentar Nach Auskunft von Norbert Sedlacek war ein SPOT GPS-Tracker an Bord von Fipofix. Nach Konfigurationsproblemen und „da er sich als „Batterienfresser“ entpuppt hat“ wurden die Positionen schliesslich manuell mittels Satelliten-Telefon übermittelt und in die Karte eingepflegt. Guido Dwersteg hat sich nach eignen Angaben aufgrund der „idiotensicheren“ Konfiguration und der Tatsache, dass sich diese Systeme seit Jahrzehnten im Regatta-Bereich bewährt haben für YB Tracking entschieden.  

Die Akkulaufzeit hängt sehr vom Trackingintervall sowie der Güte der Satellitenverbindung ab. Bei Bewölkung etwa halten die Batterien z.T. deutlich kürzer.

Manuelles Positionsupdate per eMail

Zu guter letzt bleibt der manuelle Weg, für den sich Johannes Erdmann nach eigenen Angaben aus Kostengründen entschieden hat. Hier übermittelt der Skipper die aktuellen Koordinaten per eMail via Satellitentelefon oder Kurzwelle an einen Service wie spotwalla.com um sie so auf der eigenen Homepage darzustellen. Auch wenn diese Option sicherlich die meisten Freiheiten lässt (man kann/könnte sogar ganze Blogbeiträge von unterwegs übermitteln…) dürfte Sie für Gelegenheitsnutzer aufgrund der benötigten technischen Ausrüstung (Kurzwellenfunkgerät bzw. Satellitentelefon) oft keine wirkliche Alternative zu den oben vorgestellten Gadgets sein.

Weiterführende Links zum Artikel:

http://www.findmespot.eu
http://www.ybtracking.com
http://www.delorme.com
http://www.spotwalla.com
http://www.expeditionstechnik.de/

Vielen Dank!

Vielen Dank an Johannes Erdmann, Guido Dwersteg und Norbert Sedlacek, die mir bereitwillig Auskunft über das von Ihnen verwendete System und dessen Vor- und Nachteile gegeben haben.

1Die diversen auf dem Markt befindlichen Tracking Apps für Smartphones, wurden in diesem Artikel ausgeschlossen, da diese aufgrund des vorausgesetzten Mobilfunknetzes allenfalls in Sichtweite zur Küste funktionieren.

Breitband auf See – Schnelles Internet auf Segelyachten und Motoryachten

Im Zeitalter von Social Media und Videostreamingportalen, ist eine schnelle Internet Anbindung für viele auch auf See unabdingbar (oder zumindest wünschenswert). GRIB Wetterdaten per eMail über das Kurzwellenfunkgerät zu empfangen ist bereits seit Jahrzehnten möglich. Die maximale Datenübertragungsrate per Kurzwelle liegt hierbei mit aktuellen PACTOR IV Modems jedoch bei nur rund 10 kBit/s. Eine 50 kByte grosse GRIB Datei liesse sich damit im Idealfall(!) innerhalb von 40 sec herunterladen. Tatsächlich sind die Datenübertragungsraten jedoch je nach äusseren Gegebenheiten (z.B. Wetter) deutlich langsamer und die Übertragung von GRIB Daten kann mitunter viele Minuten dauern. Wenn die zu übertragende Datenmenge einige Kilobyte übersteigt, wird es entsprechend noch mühsamer.

Zum Vergleich: Die ersten Modem Modelle Anfang der 90er Jahre ermöglichten bereits eine Internetanbindung mit (theoretisch) bis zu 14.4 kBit/s. Aktuelle DSL Anschlüsse bieten gar Geschwindigkeiten jenseits der 100 Mbit/s also 100.000 kBit/s Grenze. Damit lassen sich auf dem Festland in 40 sec (erneut im Idealfall) bereits 500 Megabyte an Daten herunterladen.

Doch wie sieht es fernab des heimischen Wohnzimmers an Bord einer Yacht aus? Welche Datenübertragungsrate lässt sich hier heutzutage bestenfalls realisieren? Gibt es Mbit Verbindungen auch auf hoher See? Was kostet das ganze? Wie wird es technische realisiert? Dieser Artikel soll den derzeitigen „state-of-the-art“ beleuchten.

Die zweite Technik die neben dem Kurzwellenfunk für einen weltweit verfügbaren Internetanschluss an Bord eines Schiffes in Frage kommt, ist die Datenübertragung per Satellitenverbindung. Grundsätzlich gibt es zwei Satelittennetze die eine (fast) weltweite Abdeckung bieten: Inmarsat und Iridium.

Während Inmarsat auf ein Netzwerk aus geostationäre Satelliten in Höhe von 36000 km setzt, kommt bei Iridium ein Netz aus Satelliten zum Einsatz, die in einer Höhe von 780 km ständig um die Erde kreisen. Dies führt zu einigen Besonderheiten und Einschränkungen der jeweiligen Netze:

Inmarsat kann aufgrund der Position der Satelliten über dem Äquator die Polbereiche nicht abdecken (auch wenn die polnische Segelyacht Selma kürzlich auf 78° Süd vorgedrungen ist, dürfte dies für die meisten Segler zu verschmerzen sein). Ausserdem muss man die Antenne des Empfangsgerätes in Richtung des scheinbar still stehenden Satelliten ausrichten um eine optimale Verbindungssqualität zu erreichen.

Iridium baut auf einem Netzwerk aus Satelliten auf, deren Umlaufgeschwindigkeit um die Erde bei ca 100 min liegt. Dadurch sind sämtliche Bereiche der Erde abgedeckt und eine Ausrichtung der Antenne in Richtung eines Satelitten ist nicht notwendig. Allerdings muss bei längerer Downloads/Telefongesprächen der Satellit über den kommuniziert wird, gewechselt werden. Dies geschieht zwar voll automatisch, kann im schlimmsten Fall jedoch zu Verbindungsabbrüchen führen.

Übersicht über festinstallierte Breitband Satellitenkommunikationslösungen im Marine Bereich

Inmarsat FleetBroadband Sailor 500 Inmarsat Fleet One Iridium Pilot
Grösse Antenne: 605 x Ø 630 mm
Empfangsgerät: 42,5 x 264,5 x 273 mm
Antenne: 291,9 x Ø 275,6 mm
Empfangsgerät: 278 x 264 x 41 mm
Antenne: 230 x Ø 570 mm
Empfangsgerät: 250 x 200 x 55 mm
Gewicht Antenne: 16 kg
Empfangsgerät: 2,5 kg
Antenne: 3,9 kg
Empfangsgerät: 2,0 kg
Antenne: 11 kg
Empfangsgerät: 1,35 kg
Satellitennetz Inmarsat Inmarsat Iridium
Max. Geschwindigkeit 432 kBit/s 100 kBit/s 134 kBit/s
Hardware Kosten ca. 16.000,- EUR ca. 4.000,- EUR ca. 5.500,- EUR
Laufende Kosten(zzgl. MWSt.)* Aktivierung: 63,03 USD
ab 88,94 USD/Monat (inkl. 5 MByte), anschliessend 17,79 USD pro MByte (Abrechnungstakt 50 kByte)
Aktivierung: 67,23 USD
ab 63,53 USD/Monat (inkl. 10 MByte), anschliessend 6,36 USD (Home Region) bzw. 36,30 USD (Outside Home Region) pro MByte (Abrechnungstakt 20 kByte)
Aktivierung für 0MB Plan: 300,- USD
ab 0,- USD/Monat, dann 16,10 USD pro MByte (Abrechnungstakt 1 Byte).
Mindestvertragslaufzeit: 12 Monate

Bezüglich der maximal erreichbaren Geschwindigkeit liegt das Inmarsat Satellitennetz derzeit also vorn. Hier sind Übertragungsraten von bis zu 492 Kbit/s (also knapp 0.5 Mbit/s) möglich. Einen echten Mbit Internetzugang auf See sucht man derzeit noch vergeblich.

Lösungen die über das an jedem Ort verfügbare Iridium Netz kommunizieren sind derzeit noch deutlich langsamer. Allerdings steht mit Iridium NEXT bereits ein neues Netzwerk mit zusätzlichen Satelliten in den Startlöchern mit dem ab 2017 bis zu 512 kBit/s möglich sein sollen.

Die oben aufgeführten Kosten (an dieser Stelle vielen Dank an m-cramer Satellitenservices für die freundliche Auskunft) machen deutlich, dass die verfügbaren marinen Breitbandlösungen allesamt sehr hochpreisig sind. So kostet doch ein einziger heruntergeladener Film (z.B. 1 GByte = 1000 MByte) bereits viele tausend Euro.

Günstigere Lösungen mit Abstrichen

Für Freizeit-Kapitäne, die in Sachen Wasserfestheit und Toleranz von Schiffsbewegungen kompromissbereit sind und per Satellit lediglich in der Marina im Internet surfen möchten, gibt es sowohl im Iridium als auch Inmarsat Netz „low cost“ Lösungen:

Zum einen ist hier das Iridium Go für rund 900,- EUR zu nennen. Hier muss der Anwender neben einer maximalen Geschwindigkeit von 2.5 kBit/s auch die Tatsache, dass eine Kommunikation nur über ganz bestimmte Apps möglich ist in Kauf nehmen. Das Iridium Go ist lediglich dazu gedacht, Smartphones und Tablets auch Abseits von Mobilfunknetzen mit eigens dafür angebotenen Apps mit Daten zu versorgen bzw. Statusmeldungen auf Twitter oder Facebook absetzen zu können. Den gewohnten eMail Client zu nutzen oder gar mit seinen Laptop zu surfen ist mit diese Lösung nicht möglich.

Iridium Go

Inmarsat schickt mit dem iSavi Inmarsat IsatHub für einen etwas höheren Preis von rund 1350,- EUR ebenfalls einen Vertreter in dieser erschwinglicheren Klasse ins Rennen. Mit diesem Gadget ist der Aufbau eines „normalen“ WLAN Netzes möglich, mit dem sich sämtliche WLAN fähigen Geräte verbinden lassen um mit den gewohnten Programmen im Internet zu surfen oder eMails zu empfangen. Die maximale Geschwindigkeit von bis zu 384 kBit/s lässt den etwas höheren Preis im Vergleich zum Iridium Go sicher verschmerzen:

iSavi Inmarsat IsatHub

Wer eine bezahlbare Lösung für den Internetzugang fernab der Heimat sucht und sich auf den Liegeplatz im Hafen beschränken kann, sollte das iSavi von Inmarsat in Betracht ziehen…

Zu guter Letzt sei erwähnt, dass es durchaus auch Modems als Zubehör für Satellitentelefone gibt. Diese kosten um 200,- EUR und ermöglichen zusammen mit einem bereits vorhandenen Satellitentelefon den Aufbau eines WLAN bzw. LAN Netzes an Bord. Damit sind jedoch ebenso wie mit dem Iridium Go nur Übertragungsraten von wenigen kBit/s möglich, die sich auch über die Eingangs erwähnte Kurzwellenverbindung realisieren lassen.

Übersicht: http://www.groundcontrol.com
deutschsprachige Übersicht: http://www.m-cramer-shop.de bzw. http://www.expeditionstechnik.de

OpenCPN und der AIS Empfänger für den heimischen Küchentisch

Auch der heutige Beitrag wurde durch meine Leidenschaft fürs Segeln getriggert und ist gleichzeitig der erste Artikel der neuen Kategorie „Tech-Gadgets“. Konkret geht es in diesem Artikel um PIA, einen kombinierten USB AIS– und GPS Empfänger von aisspotter.com, doch der Reihe nach:

AIS oder das Automatic Identification System ist ein System, bei dem per Funk Navigations- und anderen Daten zwischen Schiffen ausgetauscht werden, um die Sicherheit im Schiffsverkehr zu verbessern. Während ein AIS Transceiver (kombinierter Sender und Empfänger) in der Berufsschifffahrt Pflicht ist, verwenden zahlreiche Freizeitkapitäne freiwillig einen AIS Empfänger, um größere Schiffe in der Umgebung des eigenen Bootes auch bei schlechter Sicht (Nachts, Nebel, etc) ohne Radar zu erkennen und den eigenen Kurs frühzeitig anpassen zu können um eine Kollision zu vermeiden.

Neben der aktuellen Position der Schiffe werden per AIS mit Kurs, Geschwindigkeit, Zielort usw. auch eine ganze Reihe weiterer interessanter Details geliefert.

Da AIS Informationen im UKW-Seefunkbereich (161,975 MHz (Kanal 87B) bzw. 162,025 MHz (Kanal 88B)) gesendet werden, wird ein AIS Empfänger klassischerweise an das an Bord befindliche UKW-Funkgerät gekoppelt. Der Clu bei PIA ist nun, dass man gar kein Funkgerät benötigt, um diese AIS Signale empfangen zu können. In Kombination mit einem Laptop erledigt dies ein USB-Stick, an den eine externe Funkantenne angeschlossen wird.

Das PIA Set enthält ausserdem einen GPS-Empfänger mit dem die eigene Position ermittelt werden kann um z.B. einen automatischen Kollisionswarner zu verwirklichen.

Navigations Software

Das in Kombination mit PIA von mir eingesetzte OpenCPN ist eine kostenlose Chart Plotter und Navigationssoftware.

OpenCPN

AIS Empfänger PIA:

PIA_AIS-GPS-Empfänger

Lieferumfang: UKW-Antenne mit Magnetfuß, festverbundenes Antennenkabel (ca. 2.5 m, MMCX Stecker) zum Anschluss am USB-Stick (in den der GPS Empfänger integriert ist), Antennenadapter von MMCX auf BNC Buchse (z.B. zur Verwendung mit einer bereits vorhandenen UKW Antenne)

Kosten: 159,- €
z.B. hier: http://busse-yachtshop.de/s/AIS-Empfaenger-GPS-Empfaenger-im-USB-Stick-Gehaeuse-PIA-mit-AIS-Tischantenne

Installation & Konfiguration:

Damit das AIS/GPS Gadget betrieben werden kann, sind entsprechende Treiber notwendig. Diese werden auf aisspotter.com kostenlos zum Download angeboten bzw. dort verlinkt.

Windows Laptop: (fast) Plug&Play: Einstöpseln und Treiber auf aisspotter.com herunterladen, fertig.

MacBook Pro (MacOs X): Download des Virtual Com Port Drivers von FTDIchip, anschließend wird das Gadget ebenso problemlos erkannt wie beim Windows System.

Wichtig: In OpenCPN muss anschliessend unter Options>Connections zwingend die richtige Baudrate von PIA (38400) eingestellt werden.

Bildschirmfoto 2015-02-15 um 16.34.27

Ob OpenCPN anschliessend Signale empfängt, lässt sich auch ohne aktive AIS Ziele in der Umgebung über das NMEA Debug Window feststellen.

Bildschirmfoto 2015-02-15 um 16.36.02

Dieses sollte sich (korrekte Konfiguration vorausgesetzt) im Abstand von 1 Sekunde selbstständig aktualisieren und etwa so aussehen:

Bildschirmfoto 2015-02-15 um 16.36.31

Ergebnis:

Je nach Empfangsqualität werden nun nach einiger Zeit die AIS Ziele der Umgebung angezeigt.

OpenCPN auf MacBook Pro (MacOs X) mit ENC Binnenkarte "Hochrhein"

AIS Signal in OpenCPN auf MacOs mit ENC Binnenkarte „Hochrhein“

OpenCPN MacOs mit OpenSeaMap

OpenCPN MacBook Pro (MacOs X) mit entsprechendem OpenSeaMap Ausschnitt

Fazit & Kritikpunkt:

Auf dem heimischen Balkon funktioniert das ganze prima. Die eigene GPS Position wird ermittelt und in OpenCPN angezeigt. Anschliessend erscheinen nach einigen Sekunden auch nach und nach die AIS Ziele der näheren Umgebung.

Führt man jedoch lediglich die AIS/UKW Antenne inkl. Kabel durch ein Fenster nach draussen, um gemütlich auf dem Sofa sitzend den Schiffsverkehr zu beobachten, bereitet der GPS Empfang Probleme (der Empfänger ist im USB Stick verbaut). Häufig wird kein GPS Signal empfangen, was die Nützlichkeit des Gadgets erheblich einschränkt, denn nur bei (ständig aktualisiertem) eigenem GPS Signal lässt sich mit OpenCPN ein automatischer Kollisionswarmer realisieren. Zugegeben: Im Wohnzimmer dürfte das Kollisionsrisiko überschaubar sein, aber:

Da bei Beitrieb auf einer Segelyacht das Laptop eher unter als an Deck platziert wird, wäre es sinnvoll gewesen, den GPS Empfänger in den Fuss der UKW-Antenne, statt in den USB Stick zu integrieren.

Dann müsste man lediglich ein (dann kombiniertes USB/Antennenkabel) durch eine Luke an Deck führen um unter Deck arbeiten zu können. Ob das vorliegende Gadget in der Lage ist unter (GFK-) Deck überhaupt ein GPS Signal zu empfangen, wird sich beim geplanten Feldversuch im Ionischen Meer Ende Mai zeigen. Falls dem nicht so ist, wäre ein möglicher Work-Around  ein USB-Verlängerungskabel und ein wasserdichtes Gehäuse für den USB Stick, doch dazu evtl. nach dem Test unter Outdoor-Bedingungen mehr.

Online Marketing Test Teil 4: Google AdWords Auswertung

Wie effizient sind Google AdWords?

Nachdem ich die AdWords Kampagne nach einer budgetmäßigen „Fast-Punktlandung“ bei 100,70 EUR heute beendet habe, hier nun die Auswertung dieses Teils des 100,- EUR Online Marketing Tests:

Insgesamt wurden mit 21.817 Impressions 183 Klicks erreicht (182 davon wurden bei Google Analytics erkannt). Der durchschnittliche CPC lag bei 0,55 € (CPM bei 4,62 €), die durchschnittliche click through rate bei sehr guten 0,84%.

Detaillierte Auswertung GoogleAdWords Click through rate und cost per click

Detaillierte Auswertung GoogleAdWords Click through rate und cost per click

Facebook Werbeanzeigen oder Google AdWords Vergleich

Man sieht bei Google Analytics sehr schön, dass die Verweildauer der Besucher auf der Internetseite (natürlich) vom Keyword abhängt, insgesamt aber mit 19 sec deutlich höher liegt als bei Facebook Werbeanzeigen. Eine Besuchersekunde war ausserdem mit 100.70/(182*19)=0,029 EURO also 2,9 Cent mehr als 5 mal billiger als bei Facebook.

Durchschnittliche Sitzungsdauer 19 sec

Durchschnittliche Sitzungsdauer 19 sec (für das Keyword „Anfrage“ gar über 2 min!)

Die Frage:

Was ist besser Google AdWords oder Facebook Werbung?

kann ich nach diesem Test somit eindeutig beantworten… Auch wenn Facebook mir für 100,- EUR mehr Einblendungen meiner Anzeige „verkauft“ hat, war die Google AdWords Kampagne mit sehr viel höheren Klickzahlen und deutlich „günstigeren“ Besuchern viel effizienter.

Google 1 : Facebook 0

Ich werde mir Gedanken machen, welche potentiellen Gegner als nächstes in den Ring steigen werden.

Online Marketing Test Teil 3: Google AdWords

Nach den doch eher ernüchternden Erfahrungen mit Facebook Werbeanzeigen (s. Teil 1 und 2 der Online Marketing Competition) gilt der nächste Versuch Google AdWords bzw. der Frage:

Was bringen Google AdWords?

Da es mir leider nicht möglich war die geplanten 100,- € als Gesamtbudget für meine Kampagne festzulegen, verwende ich als Tagesbudget 20,- EURO (und muss natürlich daran denken, die Kampagne nach 5 Tagen abzubrechen).

Abermals ist die Anzahl der Zeichen meiner Werbeanzeige beschränkt, was hier zu folgender Anzeige führt:

Google_AdWords_Textanzeige

Google AdWords Textanzeigen

Die Festlegung des maximalen Cost-Per-Click überlasse ich wie von Google vorgeschlagen der automatischen Auswahl des AdWords Systems. Die gewünschten Keywords bei denen Google meine Werbeanzeige neben oder oberhalb der Suchergebnisse anzeigen soll, habe ich wie folgt festgelegt:

Verwendete Schlüsselworte/Suchbegriffe

Verwendete Schlüsselworte/Suchbegriffe

Ich bin gespannt auf die Ergebnisse…

Online Marketing Competition Teil 2: Facebook Werbeanzeigen

Nachdem der Einblendungszeitraum für die Facebook Werbeanzeigen heute abgelaufen ist und das Gesamtbudget von 100,- EUR verbraten ist, möchte ich in diesem Post eine Auswertung vornehmen und von meinen Facebook Werbeanzeigen Erfahrungen berichten:

Erfahrungen mit Facebook Werbung

Auswertung Facebook Werbeanzeigen

Facebook Werbung cost per click

Wie die Auswertung zeigt, wurde die für 100,- € 25.636 mal eingeblendete Werbeanzeige insgesamt lediglich 31 mal angeklickt (31 Conversions). Das entspricht einem Cost-per-Click von über 3,- EURO (3,23 €). Double-Opt-In Neuanmeldungen auf der Zielseite selbst wurden durch die geschaltete Werbeanzeige überhaupt nicht getriggert. Ein genauerer Blick auf die während des Einblendungszeitraums von Google Analytics erhobenen Daten fällt noch ernüchternder aus:

Google Analytics Auswertung Facebook Werbeanzeigen

Was bringt Facebook Werbung?

Google Analytics hat 29 der insgesamt 31 Klicks als tatsächliche Aufrufe der Webseite erkannt. Soweit so gut. Aber: Die Absprungrate von 82.76% weisst darauf hin, dass die Webseite nach einem (über 3 Euro teuren) Klick auf die Werbeanzeige zwar geöffnet wurde, der Besucher jedoch ohne einen weiteren Klick (oder gar eine Registrierung) wieder abgesprungen ist, d.h. die Seite wieder verlassen hat. Nur ernüchternde 5 der 29 akquirierten Besucher haben also auf KundenserviceTEST.de eine andere Seite als die Startseite auf der sie nach einem Klick gelandet waren angesehen. Die Verweildauer auf der Zielseite lag bei durchschnittlich 21 Sekunden (was bedeutet, dass 1 „Besucher-Sekunde“ (100/29*21) ca 16,4 Cent gekostet hat (bzw. 9,85 €/Minute). Ich bin gespannt wie Google AdWords im Vergleich dazu abschneiden. Im nächsten Teil der Competition mehr dazu…